Warum die Messung der CCA-Werte von Lithium-Ionen-Akkus sinnlos ist
Blei-Säure-CCA-Test gilt nicht für Lithium-Batterien
Billigere CCA-Tester, die auf dem Markt erhältlich sind, schätzen eigentlich die Leistungsfähigkeit der Batterie basierend auf einem Innenwiderstand-Wert. Diese Logik stammt jedoch aus dem Design von Blei-Säure-Batterien und ist daher für Lithium-Akkus oder Kondensatoren – wie Eisen-Lithium-, Tri-Valenz-Lithium- oder Titanat-Zellen – völlig bedeutungslos.**

Die Bedeutung des Innenwiderstands ist bei beiden Batterietypen völlig unterschiedlich.
Blei-Säure-Akku: Hoher Innenwiderstand bedeutet Ende der Lebensdauer
- Der Innenwiderstand von Blei-Säure-Akkus steigt mit der Zeit und spiegelt die Sulphatierung sowie den Verschleiß der Elektroden wider.
- Ein hoher Innenwiderstand führt zu einem Abfall des Startspannungsniveaus und einer plötzlichen Verringerung des CCA-Werts.
- Daher ist die Messung des Innenwiderstands von Blei-Säure-Akkus ein zuverlässiger und wirksamer Indikator für den Alterungsprozess.
Lithium-Batterie: Schwankungen des Innenwiderstands bedeuten nicht Leistungsabfall
- Lithium-Batterien verfügen über:
- einen stabilen und niedrigen Innenwiderstand
- einen auf die Temperatur abhängigen Innenwiderstand
- ein strenges BMS-Kontrollsystem
- Eine Erhöhung des Innenwiderstands ist manchmal nur eine Temperaturregulation oder ein Schutzmechanismus und bedeutet nicht Verschlechterung.
- Das wirklich Wesentliche liegt in der Kapazitätsdegradation sowie den Begrenzungen durch das Schutzmodul; die Änderung des Innenwiderstandes an sich ist von geringer Bedeutung.
Lithiumbatterien werden nie nach der Kennzahl Cold Cranking Ampere (CCA) bewertet
- CCA (Cold Cranking Amps) stammt aus den Spezifikationen für Blei-Säure-Automobilbatterien und bezeichnet den maximalen Strom, der bei -18 °C über 30 Sekunden kontinuierlich entladen werden kann.
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Die Leistung von Lithium-Batterien wird bereits in der Spezifikationstabelle klar angegeben; dies ist das Kriterium, auf das man sich beziehen sollte:
- ✅ Batteriekennzeichnung: Maximaler Dauerentladestrom, momentaner Pulsstrom, Entladerate (C), Kapazität (Ah)
- ✅ Schutzplattenspezifikationen: Tragbarer Strom, Überlast-Schwellenwert, Abschalttemperaturpunkt
- ✅ Betriebsumgebung: Temperaturbereich für Entladung, Anzahl der Lebenszyklen, Spannungsüber-/Unterspannungsschutzwerte
Durch diese Informationen lässt sich die Leistung direkt beurteilen; eine zusätzliche Messung des CCA-Werts ist daher nicht erforderlich.
Empfohlene richtige Vorgehensweise:
- Technische Datenblatt des Herstellers lesen: Entladeleistung, BMS-Beschränkungen und Temperaturbereich bestätigen
- Berechnung basierend auf tatsächlichen Lastanforderungen durchführen: Benötigte Stromstärke mit Batteriesystem abstimmen
- Bei Bedarf Simulations-Tests der Last durchzuführen: Messungen unter Einsatz von elektronischen Lasten, Stromklemmzangen und Aufzeichnungsgeräten vornehmen
- Vermeidung des „Säureakkumulator-Konzepts” bei der Bewertung neuzeitlicher Lithium-Batteriesysteme
Mit den richtigen Werkzeugen arbeiten
Eine Lithium-Batterie ist ein intelligentes System, nicht nur eine einzelne Zelle, sondern eine komplexe Stromversorgungskonstruktion, die Schutzlogik und Systemmanagement integriert.
Um wirklich die Entladefähigkeit eines Lithium-Eisenphosphat-Akkusystems zu messen, müssen mindestens Instrumente wie SOLAR Invasive Testers verwendet werden – Geräte mit einem echten Lastwiderstand, die gleichzeitig Spannung und Entladestrom beobachten können.